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Firmenprofil

Lidl

LidlHauptgeschäftstelle: Neckarsulm
Land: Deutschland
Gründungsjahr: 1930
Inhaber: Dieter Schwarz
Geschäftsführer: Dieter Schwarz

Expansion: über 3000 Filialen in Deutschalnd; LIDL - Filialen in 24 europäischen Ländern

Produktbeschreibung: LIDL vertreibt hauptsächlich Lebensmittel, doch der Anteil der Non-Food Produkten, wie PCs, Haushaltswaren, Textilien und Bekleidung sowie Schreibwaren und Kosmetika, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das Unternehmen hat zudem begonnen, Kommunikationsdienste (www.LIDL-handyfun.de und www.LIDL-dsl.de) sowie einen Fotoentwicklungs- (www.LIDLfoto.com) und einen Blumenlieferservice (www.LIDL-blumenservice.de) anzubieten. LIDL hat zudem eine eigenes Online-Reisebüro eröffnet, in dem es Flüge und Angebotspakete bis hin zu All-Inclusive-Reisen anbietet. Die Marken, die bei LIDL vertrieben werden, sind Power Girls, Power Kids, Bärchen, Kids Fashion, True Fashion, Distra, Fashion Creation, Giani Feroti, Lycra.

Länder der Zulieferer: Die Nachforschungen von CCC haben ergeben, dass LIDL Zulieferer in Bangladesh, Indien, China und der Türkei hat.

 

» Studie: Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK

 

Anmerkungen von CCC und Anregungen zum Handeln

CCC-Deutschland hat im Januar 2008 einen Untersuchungsbericht über Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben von LIDL in Bangladesch, veröffentlicht. Daraufhin richtete LIDL die Frage nach einem Gespräch an die CCC, um die in dem Bericht aufgebrachten Themen zu diskutieren. Das Unternehmen leugnete nicht, dass es in seinen Betrieben zu Arbeitsrechtsverletzungen kam und stellte die neue CSR-Strategie von LIDL vor. LIDL widerspricht der Meinung der CCC, dass das Unternehmen einer der aggressivsten Preis-Drücker auf dem deutschen Markt sei, sowie auf den Märkten anderer europäischer Länder. Die Preis-Politik, die von LIDL verfolgt wird, übt auf die Zulieferer gewaltigen Druck aus und zwingt sie dazu, ihre Preise zu senken. Dieser Druck wird aus Sicht der CCC an weitere Zulieferer und an die Arbeiter in den Zulieferbetrieben weitergegeben.

Die CCC fordert LIDL auf, durch sein Verhalten im Einkauf sicherzustellen, dass den Zulieferern ermöglicht wird Arbeitsstandards einzuhalten.

Die folgende Bewertung des Verhaltens des Unternehmens in den Bereichen der Transparenz, der Einhaltung von Richtlinien und der Überwachung von Arbeitsstandards ist auf eine Untersuchung der CCC (Deutschland 2008) gegründet.

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Transparenz

Die komplexe Struktur des Unternehmens setzt sich aus einer Vielzahl schwer durchschaubarer Stiftungen, Tochtergesellschaften und Beteiligungen zusammen. Als Stiftung und als Privatunternehmen ist Lidl nicht dazu verpflichtet, eine Bilanz zu veröffentlichen. Diese komplexe Struktur erschwert den Zugang zu konkreten Zahlen den Gewinn des Unternehmens betreffend wie zu anderen relevanten Informationen. Grundsätzlich ist das Unternehmen darauf bedacht, wenig über das interne Management öffentlich zu machen, sodass es selbst in der Fachpresse zu Gewinnen nur Schätzungen gibt.

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Umsatz und Größe des Unternehmens

Diesen Schätzungen zufolge erreichte das Unternehmen LIDL allein in Deutschland im Jahr 2006 einen Gesamtumsatz von 12,1 Mrd. €, der 2007 noch auf 13,3 Mrd. € gesteigert werden konnte (Quelle: www.lz-net.de/ranking). Dabei machen 2006 1,01 Mrd. € und 2007 1,05 Mrd. € allein der Umsatz aus dem Textilhandel aus (www.twnetwork.de). Damit nimmt der Textilumsatz in beiden Jahren etwa 8 % des Gesamtumsatzes des Unternehmens ein.
Weltweit wird der Umsatz von LIDL auf 52 Mrd. € geschätzt. Vergleicht man diesen Gesamtumsatz mit dem Bruttosozialprodukt (BIP) einiger Zulieferländer für Textilien, fällt auf, dass Bangladesch mit einem BIP von 53 Mrd. € etwa ein ähnliches jährliches Bruttoinlandsprodukt hat wie Lidls Jaresumsatz und Sri Lanka mit einem BIP von 22 Mrd. € nicht einmal dessen Hälfte erreicht (Quelle: Cashing In). Diese Zahlen spiegeln die große Kaufkraft wider und damit den Einfluss, den ein Unternehmen wie LIDL auf die Märkte der Zulieferländer hat, die stark vom Export – und hier vor allem vom Export von Textilien – abhängig sind.

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BSCI Mitgliedschaft und die Kritik der CCC an BSCI

2007 trat LIDL der BSCI (Business Social Compliance Initiative) bei. Die Mitglieder der BSCI verpflichteten sich zu einem Verhaltenskodex, welcher die Arbeitsbedingungen innerhalb ihrer Produktionsketten regulieren soll. Der Kodex basiert auf den ILO Kernarbeitsnormen.

Die CCC kritisiert den Schwerpunkt der BSCI auf Auditierung, einem schwachen Monitoring mit vielen Mängeln, das Fehlen einer unabhängigen Verifizierung und die fehlende Transparenz. Ergebnisse von Social-Audits werden nicht offen gelegt und es sind keine Informationen über Preise und Laufzeiten verfügbar. Außerdem ist BSCI keine Multistakeholder -, sondern eine Unternehmensinitiative.

Die Lieferanten von Lidl verletzen permanent den Verhaltenskodex von Lidl. Die Studie von CCC-Deutschland „Wer bezahlt unsere Kleidung bei LIDL und KIK? – Arbeitskraft zum Discountpreis, Schnäppchen für alle?“ dokumentiert regelmäßige Verletzungen der Arbeiterrechte, wie zum Beispiel, dass ArbeiterInnen sich nicht organisieren dürfen, regelmäßig (z.T. unfreiwillig) Überstunden ableisten und Diskriminierung erleiden müssen.

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Überwachung und Überprüfung

Die Untersuchungen der CCC zeigen, dass die meisten ArbeiterInnen, die in Betrieben arbeiten, welche für LIDL produzieren, noch nie von einem Verhaltenkodex gehört haben. Wenn Inspektoren die Betriebe besucht haben, wurden die ArbeiterInnen angehalten, falsche Angaben über die Verhältnisse in denen sie arbeiten zu machen. Wenn sie doch die Wahrheit über ihre Bezahlung, die maßlos langen Überstunden oder den unannehmbaren Zustand der sanitären Anlagen sagten, gingen sie das Risiko ein, ihre Arbeit zu verlieren. Es wird auch berichtet, dass ArbeiterInnen, die zu jung aussahen oder in der Tat zu jung waren um in einer Fabrik zu arbeiten, bei unangekündigten Kontrollen durch Inspektoren, in Toiletten versteckt wurden.

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Arbeitsrechtsverletzungen

Die CCC-Studie über Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten von Lidl in Bangladesh hat herausgefunden, dass ernsthafte Arbeitsrechtsverletzungen stattgefunden haben: es gibt keine Gewerkschaften oder Arbeiterversammlungen. ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie werden üblicherweise gezwungen 2 Stunden am Tag, manchmal mehr, Überstunden zu arbeiten, und das oft unbezahlt. Die Bezahlung ist häufig intransparent und für die Näherinnen nicht nachvollziehbar.. Frauen werden meistens schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen und werden oft diskriminiert; manchmal werden die Arbeiterinnen von den Aufsehern, die gewöhnlich Männer sind, geschlagen. Wenn eine Arbeiterin krank wird, verliert sie ihre Stelle und muss für alle medizinischen Kosten selbst aufkommen.

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