Firmenprofil
C&A
1. Allgemeine Informationen
Standort:
C&A Europe
Corporate Social Affairs
Hans-Günter-Sohl-Str. 8
40235 Düsseldorf
E-mail: csa@c-and-a.com
Homepage: www.c-and-a.com
Das 1841 gegründete deutsch-niederländische Familienunternehmen C&A ist heute vollständig im Besitz der privat geführten COFRA Holding AG mit Sitz im schweizerischen Zug. Zu dieser Holding gehören C&A Europe (16 Länder), C&A Lateinamerika (Argentinien, Brasilien und Mexiko) und C&A China, sowie zahlreiche weitere Unternehmen und Gruppen aus den Bereichen Handel, Finanzdienstleistungen u.a.
In den europaweit 1.111 Filialen (Deutschland: 400) arbeiteten 2005 mehr als 32.000 MitarbeiterInnen. Im Geschäftsjahr 2005/2006 steigerte C&A Europa seinen Umsatz von 8,5% auf 5,2 Mrd. €. Das Deutschlandgeschäft mit einem Umsatz von 2,8 Mrd. € (2005/06: + 4%) macht somit mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. C&A nimmt 2006 den vierten Platz im deutschen Textileinzelhandel ein - nach Arcandor/KarstadtQuelle, Otto und Metro – und hat hier einen Marktanteil von 8,5%. Der Gewinn von C&A Deutschland im Jahr 2005/2006 wird auf 120 Mio. € geschätzt (+18%).
C&A verkauft seine Bekleidungsprodukte mit dem Label von zehn Eigenmarken: Clockhouse, Yessica, Angelo Litrico, Sixth Sense, Westbury, Canda, rodeo, here+there, Palomino und Babyclub.
2. Beschaffung und Einkaufspraktiken
C&A beschafft seine Bekleidungsprodukte auf zwei Wegen: a) über 14 Einkaufsbüros (»Mondial«) in elf Ländern, und b) über Importeure und Hersteller in Europa. Insgesamt 60% der Warenbeschaffung erfolgt über die „Mondial“-Büros. Die 1.015 direkten Lieferanten von C&A stammen aus insgesamt 60 Ländern – im Jahr 1996 hatte das Unternehmen noch 5.200 Lieferanten. In Bulgarien, Mazedonien, Rumänien und in der Ukraine unterhält C&A Verteilungszentren mit 100 MitarbeiterInnen.
75% seiner Waren bezieht C&A aus den folgenden Regionen bzw. Ländern: Indischer Subkontinent, China, Türkei und Osteuropa, Dabei liegt China mit einem Anteil von 22% an der Spitze aller Lieferländer.
Mit der Veröffentlichung »C&A – De Stille Gigant« im Jahr 1989 hat die niederländische Organisation SOMO Arbeitsrechtsverletzungen bei weltweiten C&A-Zulieferern aufgedeckt und damit den Anstoß zur Gründung der „Kampagne für Saubere Kleidung“ gegeben, die heute in 12 europäischen Ländern aktiv ist und mit einem weltweiten Netz von Partnerorganisationen eng zusammenarbeitet. Seither sind zahlreiche weitere Untersuchungen über den Arbeitsalltag von Beschäftigten als Folge von C&A-Einkaufspraktiken durchgeführt worden. So hat das SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene mit Sitz in Siegburg z.B. im Jahr 2005 die Forschungsergebnisse des Hong Kong Christian Industrial Committee über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in chinesischen Zulieferbetrieben u.a. von C&A veröffentlicht (s. Literaturhinweis).
3. Globale Sozialverantwortung (Corporate Social Responsibility = CSR)
Mit seinem Verhaltenskodex von 1996 war C&A das erste Unternehmen, das sich in Deutschland zu seiner globalen Sozialverantwortung öffentlich äußerte. Von Anfang an bezog sich dieser Kodex auf die gesamte globale Lieferkette des Unternehmens inkl. Subunternehmen. Trotz starker internationaler Kritik hält C&A bis heute an der Beschränkung auf ein System interner Kontrollverfahren über die 1996 gegründete Einrichtung SOCAM fest. Die im C&A-Kodex aufgelisteten Sozialstandards weisen im internationalen Vergleich einige Defizite auf. SOCAM hat zwischen 1996-2005 insgesamt 14.683 Besuche in Zulieferfabriken durchgeführt, bei denen 2.548 Verstöße festgestellt worden sind (www.socam.org). Die Lieferanten wurden seit 2000 auf 20 Konferenzen über die Nachhaltigkeitspolitik von C&A informiert. Das Unternehmen beteiligte sich außerdem am Programm der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit zur Verbesserung von Sozialstandards in der Textil- und Bekleidungsindustrie in elf Ländern zwischen 2002 und 2005. Auf dieser Arbeit baute die 2004 gegründete Business Social Compliance Initiative (BSCI) auf, in der heute 103 europäische Unternehmen Mitglied sind, so neben Carrefour, Lidl und Otto auch C&A. Die BSCI ist keine unabhängige Verifizierungseinrichtung, in der Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen an führender Stelle vertreten sind.
Literaturangaben:
C&A Report 2006: Verantwortlich handeln, Düsseldorf.
Wick, Ingeborg (2005): Nähen für den Weltmarkt. Frauenarbeit in Freien Exportzonen und der Schattenwirtschaft. Länderbeispiele China, Indonesien und Sri Lanka. Modemultis auf dem Prüfstand. Hg. SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene, Siegburg.