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Firmenprofil

Aldi

1. Allgemeine Informationen

Die Aldi-Gruppe setzt sich aus den beiden relativ selbständig operierenden Unternehmensteilen Aldi Nord und Aldi Süd zusammen:

aldi-nordAldi Nord
Aldi Einkauf GmbH & Co. oHG Nord
Eckenbergstr. 14–16
45307 Essen
Tel. O201 / 8593–0
Fax: 0201 / 8593–19
E-mail: mail@ALDInord.de
Homepage: www.ALDI-essen.de

aldi-suedAldi Süd
Aldi-Einkauf GmbH & Co. oHG Süd
Burgstr. 37
45476 Mülheim/Ruhr
Tel. 0208 / 9927–0
Fax: 0208 / 9927249
E-mail: mail@ALDIsued.de
Homepage: www.ALDI-sued.de

Die Aldi-Gruppe ist im Besitz der beiden Brüder Karl und Theodor Albrecht, die zu den reichsten Männern der Welt gehören. Durch die Aufteilung der Aldi-Gruppe in rechtlich selbständige Untergesellschaften entzieht sich Aldi weitgehend einer Veröffentlichung von zentralen Geschäftsdaten und gewerkschaftlichen Kontrolle. Aldi gilt nicht als Konzern und ist deshalb nicht zur Veröffentlichung einer Konzernbilanz verpflichtet.
 
Mit einem geschätzten Gesamtumsatz von 35 Mio. € belegte Aldi im Jahr 2005 Platz 10 der weltweit größten Einzelhandelsunternehmen und hat damit einen Marktanteil  von 0,9%. Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel lag Aldi 2005 hinter Edeka, Metro, REWE und der Schwarz-Gruppe an fünfter Stelle, unter den deutschen und europäischen Discountern jedoch jeweils an erster Stelle. Der Jahresgewinn 2005 von Aldi wird auf 1 Mrd. € geschätzt, das Vermögen der beiden Albrecht-Brüder auf ca. 37,5 Mrd. € (2007).

Aldi unterhält ein Filialnetz von mehr als 7000 Filialen in 16 Ländern, davon 4.200 in Deutschland. Im Jahr 2005 machte Aldi 45% seiner Umsätze im Ausland.       

Aldi hat insgesamt 190.000 Beschäftigte, davon 50.000 in Deutschland. Während Aldi Süd fast durchweg „gewerkschafts- und betriebsratsfreie Zonen“ sind, gibt es in den meisten Filialen, Fuhrparks und Zentrallagern von Aldi Nord Betriebsräte. Diese setzen sich mehrheitlich aus VertreterInnen der DGB-Mitgliedsgewerkschaft Ver.di (Norddeutschland) bzw. der „Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsbeschäftigter = AUB (Ostdeutschland) zusammen.

Aldi wird von Herstellern und Handelsunternehmen beliefert und besitzt keine eigenen Produktionsstätten.

Das von den beiden Aldi-Brüdern 1960 entwickelte Discountkonzept sah ein begrenztes Kernsortiment von schmucklos präsentierten Waren, eine relativ kleine Verkaufsfläche, eine Ansiedlung in Stadtzentren, einen geringen Personalaufwand und Service bei hohem Arbeitsdruck der Beschäftigten sowie eine fast ausschließliche Verwendung von Eigenmarken vor. Dieses Konzept garantierte eine hohe Durchlaufgeschwindigkeit der Produkte. Der Personalkostenanteil am Umsatz  betrug nur 6,7% – in Supermärkten dagegen z.B. 14,4%.

Aufgrund der in den letzten Jahrzehnten stark gestiegenen Konkurrenz im Lebensmitteleinzelhandel und unter Discountern hat Aldi das Discountkonzept fortentwickelt. Zu den Neuerungen gehören ein breiteres Sortiment, ein höherer Anteil an Markenprodukten und an Lockangeboten (Aktionswaren), mehr verzehrfertige Waren und die Einführung des Verkaufs über Internet.

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2.   Aldi-Textilien – Beschaffung und Einkaufspraktiken

In der Rangliste der »Größten Textileinzelhändler in Deutschland 2005« der Zeitschrift TextilWirtschaft (TW) belegt Aldi nach Tengelmann den 8. Platz, gefolgt von Tchibo und Lidl. Der Aldi-Umsatz mit Textilien betrug 2005 knapp 1,1 Mrd. €.

Über seine Beschaffungswege und Einkaufspraktiken hüllt sich das Unternehmen wie auch seine Geschäftspartner in Schweigen.

Nach unterschiedlichen Quellenangaben, zuletzt der SÜDWIND-Studie „All die Textilschnäppchen. Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferern in China und Indonesien“ (s. Literaturangaben) beschafft Aldi seine Textilien größtenteils aus China und Bangladesch, aber auch aus der Türkei und Indonesien.
Nach TW-Angaben von 2004 zählen die deutschen Hersteller Rieker, JCK Holding, Gebra, Miles, Promtex, Baumhüter, Multiline und Miro Radici zu den Lieferanten von Aldi.
Als Zwischenhändler konnte SÜDWIND die Firmen Furlano, emwegetex, Face to Face, Hanson, Euromod, Radici Trading, Dario Markenartikelvertrieb, S&R Textil, Florett Textil und European Clothing Company identifizieren.   
Zu den Aldi Süd Eigenmarken für Textil und Bekleidung zählen: Skin to Skin, Blue Motion, Dormia, Flagship, Bourbon, Watson’s, Royal Class, Mary Anne, Laura Stein, Crane Sports, Face to Face, Linda Cliffort, Patrick O’Connor. Aldi Nord verkauft seine Textilien unter den Eigenmarken Luciano, Enrico Mort, Queentex, Pocopiano, Papagino, Cecilia Classics, Novitesse, Sanfor Knit, Shamp u.a.

In seiner Studie »All die Textilschnäppchen…« hat SÜDWIND massive Arbeitsrechtsverletzungen in chinesischen und indonesischen Zulieferbetrieben von Aldi nachgewiesen, wie z.B. eine monatelange Zurückhaltung von Löhnen, Kautionszahlungen von Beschäftigten für Fabrikjobs, Kinderarbeit u.a. Bis heute kann nur vermutet werden, dass diese Praktiken eine Folge der enormen Einkaufsmacht von Aldi sowie der erklärten Politik des Drucks bei Personalkosten sind – Einzelheiten der Preisgestaltung und Lieferzeitpolitik sind nicht bekannt.
Die jüngsten Forschungsergebnisse widersprechen den Aussagen eines ehemaligen Aldi-Managers (s. Literaturangabe) von 2006, denen zufolge Fairness und Qualitätsgarantie die Aldi-Beschaffungspolitik kennzeichnen.

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3.   Globale Sozialverantwortung (Corporate Social Responsibility = CSR)

Nach seiner bisherigen Abschottungspolitik gab Aldi im Frühjahr 2007 zu den SÜDWIND-Forschungsergebnissen aus China und Indonesien eine öffentliche Stellungnahme ab. Darin siedelt Aldi die Verantwortung für Arbeitsrechtsverletzungen in Entwicklungs- und Schwellenländern bzw. einem nebulösen »Bereich komplexer politischer, gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Probleme« an. Andererseits verweist Aldi darin auf seine Geschäftspartner - die eigene Verantwortung für Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferfabriken bleibt diffus. Ein Gespräch mit den KritikerInnen von SÜDWIND und der deutschen Kampagne für Saubere Kleidung steht aus.

Aldi besitzt keinen Verhaltenskodex und gehört seit Anfang 2008 der Business Social Compliance Initiative (BSCI) an. Informationen zur BSCI: s. Portraits von C&A und Otto.

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Literaturangaben:

Wick, Ingeborg (2007): All die Textilschnäppchen. Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferern in China und Indonesien. Aktionsvorschläge für VerbraucherInnen und GewerkschafterInnen, hg. SÜDWIND Institut für Ökonomie und Ökumene, Siegburg.

Brandes, Dieter (2006): Die elf Geheimnisse des Aldi-Erfolgs, Frankfurt/New York.

» Studie: Arbeits- und Frauenrechte im Discountgeschft:
Aldi-Aktionswaren aus China

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