Firmenreaktionen
Metro
[November 2009]
Öffentlicher Druck weckt Metro auf
Metro Group stimmt Rückkehr in Fabrik RL Denim in Bangladesch zu – Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und Ver.di: »Forderungen erfüllt« – Erfolg der Zivilgesellschaft.
Bei einem Treffen zwischen der CCC und Verdi mit Vertretern der Metro verkündete der Metro-Vorstand Frans Muller, Metro werde wieder Aufträge in der Fabrik R.L. Denim in Chittagong, Bangladesch platzieren. Metro hatte die Lieferbeziehungen „eliminiert“ (Vorstandsvorsitzender Cordes bei der Aktionärsversammlung am 13. Mai 2009), nachdem gravierende Arbeitsrechtsverletzungen bekannt geworden waren. Ein internationales Bündnis hatten in Briefen an Metro erklärt, dass der Rückzug des Konzerns aus der Fabrik nicht akzeptabel sei. Vielmehr müsse sich Metro seiner Verantwortung stellen und für die Arbeitsrechte in der Fabrik sorgen, die seit 2003 für Metro fertigte.
Muller räumte ein, bei Metro habe es große Versäumnisse gegeben. Der Fall R. L. Denim habe für Metro wie ein „Weckruf“ fungiert. Zukünftig werde für die Kontrolle der Arbeitsrechte das Vier-Augenprinzip gelten, so dass nicht mehr nur der Einkauf die Umsetzung beaufsichtige, sonder auch der Comlpiance-Bereich des Konzerns. Metro werde ab sofort wieder Aufträge in R. L. Denim platzieren, das Auftragsvolumen entspreche dem früheren. Zusammen mit dem Fabrikbetreiber werde sich Metro um noch ausstehende Zahlungen, nicht erteilten Mutterschutz und andere Probleme kümmern. Zukünftig solle dort gesetzeskonform gearbeitet werden. Sollten dafür die Kosten für den Einkauf der Produkte steigen, sei Metro bereit, diese zu tragen.
Ikea
[April 2009]
Menderes Tekstil, Türkei
Als einer der Haupteinkäufer weiß Ikea seit Monaten von den Arbeitsrechtsverstößen bei dem Heimtextilienhersteller Menderes Tekstil in der Türkei. Die Clean Clothes Campaign und ihre Partnerorganisationen haben sich wiederholt an Ikea gewandt, jedoch hat Ikea bisher nicht angemessen reagiert. Eine Untersuchung, die Ikea in Auftrag gegeben hat, ergab, dass bei Menderes keine systematischen Arbeitsrechtverletzungen vorliegen; allerdings hat Ikea den Bericht bisher nicht veröffentlicht. Die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung zweifelt an der Glaubwürdigkeit dieser Untersuchung und fordert Ikea auf, gegen die Gewerkschaftsdiskriminierung vorzugehen. Die Situation bei Menderes verstößt eindeutig gegen IWAY, den Verhaltenskodex von Ikea.
Otto
[Junil 2009]
Menderes Tekstil, Türkei
Otto weist die Vorwürfe über die Verstöße gegen die Vereinigungsfreiheit und internationale Sicherheitsstandards bei ihrem Zulieferer Menderes Tekstil in der Türkei zwar nicht grundsätzlich zurück, weigert sich aber momentan noch direkt gegen die Diskriminierung der türkischen Textilgewerkschaft TEKSIF vorzugehen und deren Anerkennung in der Fabrik zu fordern. Otto hat sich aber nach Beginn der internationalen Kampagne mit der Menderes Geschäftsführung getroffen, um die Lösung der Probleme vor Ort voranzutreiben. Die CCC steht dazu momentan in einem kritischen und konstruktiven Dialog mit Otto.
» CCC-Stellungnahme zu Otto vom 25. Mai 2009
Ibena
[April 2009]
Menderes Tekstil, Türkei
Ibena hat zwar die Business Social Compliance Initiative (BSCI) über die Arbeitsrechtsverletzungen bei ihrem Zulieferer Menderes Tekstil in der Türkei informiert, aber bisher keine konkreten Schritte unternommen, die Arbeitsrechtsverletzungen zu unterbinden. Die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung kritisiert die BSCI aufgrund ihrer mangelnden Standards und Kontrollen. Frühere Erfahrungen lassen bezweifeln, dass die BSCI in diesem Fall angemessen eingreifen wird.
Horizonte Textil GmbH
[April 2009]
Menderes Tekstil, Türkei
Horizonte Textil GmbH hat versprochen, sich für die Gewerkschaftsfreiheit bei ihrem türkischen Zulieferer Menderes Tekstil einzusetzen, aber hat bisher noch keine konkreten Schritte unternommen.
adidas
[Februar 2009]
PT Spotec and PT Dong Joe (Indonesien)
Nachdem im November 2006 10.500 ArbeiterInnen aus den adidas Zulieferer-Fabriken PT Spotec and PT Dong Joe fristlos entlassen worden sind, bemüht sich adidas möglichst viele ehemalige Arbeiter in anderen adidas Fabriken einzustellen. In der neuen Ching Luh Fabrik haben 1285 ehemalige Spotec-ArbeiterInnen neue Jobs erhalten, was etwa 60% der Belegschaft der Fabrik entspricht. Darunter sind nach Angaben von adidas auch 2 SBGTS Gewerkschafter. Allerdings warten sieben SBGTS Mitglieder weiterhin auf Jobinterviews; sie sind seit Monaten ohne Arbeit. Obwohl adidas in ihrem Verhaltenkodes Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zusichert, weigern sie sich, sich explizit für die Gewerkschafter einzusetzen. Außerdem streitet adidas ab, dass sie gegen Mittelmänner vorgehen können, die Einstellungen in der neuen Fabrik nur gegen Geldzahlungen vermitteln.
PT Panarub (Indonesien)
Die Geschäftsführung des adidas Zulieferers PT Panarub feuerte 33 SBGTS (ehemals Perbupas) GewerkschafterInnen nach einem eintägigen Streik für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen im Oktober 2005. Nach einer weltweiten Protestwelle zahlte die Geschäftsführung den betroffenen ArbeiterInnen eine monatliche Härtezahlung und im April 2007 eine Abfindung. Bis heute jedoch suchen die GewerkschaftsmitgliederInnen nach festen Anstellungen, die ihnen ein regelmäßiges Einkommen sichern. Obwohl adidas allen MitarbeiterInnen Vereinigungs- und Versammlungsrecht zusagt, haben sie es bisher abgelehnt, sich für ihre Wiedereinstellung der GewerkschafterInnen einzusetzen oder ihnen neue Jobs in anderen Zulieferer-Firmen anzubieten.
Triumph International
[Januar 2009]
Body Fashion (Thailand)
Bisher weigert sich Triumph International gegen die Arbeitsrechtsverletzungen in der Zulieferfabrik Body Fashion Thailand vorzugehen. Sie lehnen es ab, sich an dem Untersuchungsausschuss zu beteiligen, der die Vorfälle rund um den Streik im August/September 2008 aufklären soll. Bislang sehen sie davon ab, sich gegen die Diskriminierung von Gewerkschaftsmitgliedern einzusetzen oder die Wiedereinstellung der Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej zu fordern, obwohl ihr Verhaltenskodex die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit vorsieht.
UEFA 2008 und IPM
[Januar 2009]
Mink Tekstil (Türkei)
Mit dem Ende der Fußball-Europameisterschaft 2008 brachen die UEFA 2008 und das österreichische Unternehmen IPM den Kontakt zur Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung ab. Sie hatten bis zu letzt abgestritten, in der Mink Tekstil Fabrik produziert zu haben, obwohl Recherchen der Kampagne das Gegenteil zeigten. UEFA 2008 und IPM hatten Mink Tekstil Produktpiraterie vorgeworfen und der Kampagne mit einer Klage gedroht.