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Aktuelle Fälle:
MENDERES TEKSTIL/Türkei

Ikea, Otto und Ibena: MENDERES TEKSTIL/Türkei

[03.06.2009 | Eilaktion | Hintergrundinformationen]

Ikea, Otto und Ibena verstoßen gegen Verhaltenskodices

Trotz internationalen Protests ignorieren das Einrichtungshaus Ikea und das Textilunternehmen Ibena weiterhin die Arbeitsrechtsverletzungen bei ihrem türkischen Zulieferer Menderes Tekstil. Das Versandhaus Otto hat mittlerweile die ersten Schritte eingeleitet, um die Arbeitsrechtsverletzungen aufzuklären. Vorort geht die Menderes Geschäftsführung allerdings weiterhin massiv gegen GewerkschafterInnen vor und hat bisher nichts dagegen getan, die Sicherheitsstandards in der Fabrik zu verbessern. Die Menderes Geschäftsführung und die Einkäufer verstoßen damit weiterhin gegen internationale Arbeitsrechte und ihre eigenen Verhaltenskodices.

Unterstützen Sie deshalb die türkische Gewerkschaft in ihrem Kampf gegen die Fabrikleitung und die Unternehmen und schreiben Sie heute im Rahmen einer europaweiten Protestaktion an Ikea, Otto und Ibena.

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» Hier geht es zur aktuellen CCC-Stellungnahme zu den Unternehmen...

Menderes Tekstil/Türkei

In den letzten Jahren starben vier ArbeiterInnen in der Fabrik. Bei dem letzten Unfall am 20. November 2008 verunglückte ein Arbeiter tödlich, als er in den Lüftungsschacht eines Kohleheizers fiel. ArbeiterInnen berichteten, dass die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten worden waren. Nach dem tragischen Unfall wies die Menderes Tekstil Geschäftsführung drei Arbeitskollegen an, den Körper des Unfallopfers aus dem Schacht zu holen. Da wiederum keine Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet wurden, erlitten die drei Vergiftungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Um gegen die schlechten Arbeitsbedingungen vorzugehen, hatte die türkische Textilgewerkschaft TEKSIF im März 2008 begonnen, die ArbeiterInnen zu organisieren. Die Menderes Geschäftsführung jedoch drohte den GewerkschafterInnen mit Versetzungen und Entlassungen. Zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder, die sich weigerten, aus der Gewerkschaft auszutreten, verloren ihre Arbeit.  Als sie Beschwerden bei türkischen Arbeitsgerichten einreichten, drohte die Menderes Geschäftsführung ihnen erneut und entließ ihre Familienangehörige.

Im August 2008 demonstrierten die ArbeiterInnen daraufhin für 190 Tage vor der Fabrik. Sie forderten die Anerkennung der Gewerkschaft und Verhandlungen mit der Fabrikleitung. Allerdings hat sich die Menderes Tekstil Geschäftsführung bis heute dazu nicht bereiterklärt, sondern diskriminiert die GewerkschafterInnen weiterhin.

Die Fabrik, die in Denzil im Südosten des Landes liegt, stellt Bettwäsche für den heimischen Markt und den Export her. Neben Ikea, Otto und Ibena kaufen auch das deutsche Texilunternehmen Horizonte Textil GmbH, die französische Kette Carrefour sowie die amerikanischen Unternehmen Wal-Mart, Target und Kohls dort ein.

Schreiben Sie heute im Rahmen einer europaweiten Protestaktion an Ikea, Otto und Ibena, um die Anerkennung der Gewerkschaft und die Wiedereinstellung der Gewerkschafter bei ihrem Zulieferer zu fordern.

Hier geht es zur Online-Aktion

Die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung und TEKSIF fordern die Menderes Tekstil Geschäftsführung sowie Ikea, Otto und Ibena auf,

Senden auch Sie eine Protestmail an Ikea, Otto und Ibena!

Hier geht es zur Online-Aktion

Schreiben Sie an:

Ikea:

Otto:

Ibena:

 

Musterbrief an Otto und Ibena

Sehr geehrte Menderes Tekstil Einkäufer,

ich schreibe Ihnen, weil ich sehr besorgt über die Einhaltung von Arbeitsrechten bei Ihrem Zulieferer Menderes Tekstil in der Türkei bin.

Ich habe von der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung erfahren, dass dort gegen die Vereinigungsfreiheit verstoßen wird, indem die Menderes Geschäftsführung ArbeiterInnen entlässt, versetzt und anderweitig diskriminiert, die für die Gewerkschaft aktiv sind.

Ich habe außerdem gelesen, dass die Arbeitsbedingungen in der Fabrik sehr gefährlich sind. In den letzten Jahren kam es zu zahlreichen Unfällen und vier Todesfällen.

All das verstößt gegen türkisches Recht und internationale Arbeitsstandards sowie gegen Ihren Verhaltenskodex.

Ich bin darüber informiert, dass die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung Sie bereits aufgefordert hat, in dem Fall aktiv zu werden, aber dass Sie sich bisher geweigert haben, konkrete Schritte gegen die Arbeitsrechtsverletzungen zu unternehmen und sich bisher nicht an Ihren türkischen Zulieferer gewandt haben.

Als Konsument und möglicher Käufer interessiere ich mich für die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung Ihrer Produkte. Ich bitte Sie deshalb dringlich, Ihre Verantwortung als Einkäufer ernst zunehmen und Menderes Tekstil aufzufordern:

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Musterbrief an Ikea

Sehr geehrter Herr Ahlgren und sehr geehrter Herr Bergmark,

(English version see below)

ich schreibe Ihnen, weil ich sehr besorgt über die Einhaltung von Arbeitsrechten bei Ihrem Zulieferer Menderes Tekstil in der Türkei bin.

Ich habe von der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung erfahren, dass dort gegen die Vereinigungsfreiheit verstoßen wird, indem die Menderes Geschäftsführung ArbeiterInnen entlässt, versetzt und anderweitig diskriminiert, die für die Gewerkschaft aktiv sind.

Ich habe außerdem gelesen, dass die Arbeitsbedingungen in der Fabrik sehr gefährlich sind. In den letzten Jahren kam es zu zahlreichen Unfällen und vier Todesfällen.

All das verstößt gegen türkisches Recht und internationale Arbeitsstandards sowie gegen Ihren Verhaltenskodex.

Ich bin darüber informiert, dass die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung Sie bereits aufgefordert hat, in dem Fall aktiv zu werden, aber dass Sie sich bisher geweigert haben, konkrete Schritte gegen die Arbeitsrechtsverletzungen zu unternehmen und sich bisher nicht an Ihren türkischen Zulieferer gewandt haben.

Als Konsument und möglicher Käufer interessiere ich mich für die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung Ihrer Produkte. Ich bitte Sie deshalb dringlich, Ihre Verantwortung als Einkäufer ernst zunehmen und Menderes Tekstil aufzufordern:

Außerdem fordere ich Ikea auf, die freiwillige Selbstverpflichtung Ihres IWAY Verhaltenskodex ernst zu nehmen und als Folge der Arbeitsrechtsverletzungen die Aufträge an Menderes nicht einzustellen. Weniger Aufträge oder sogar das Schließen der Fabrik hilft keinem weiter – besonders den ArbeiterInnen nicht. Ein „cut-an-run“ Szenario würde sich schlecht auf Ikeas Image als sozial verantwortliches Unternehmen auswirken.

Mit freundlichen Grüßen

 

Dear Kent-Åka Ahlgren and Thomas Bergmark,

I am writing to you to express my deep concerns about the labour-rights situation at one of your suppliers in Turkey, Menderes Tekstil. I understand from the [Clean Clothes Campaign (CCC)] that the right for the factory’s workers to associate themselves into a workers’ union is grossly violated there, and that the factory management dismisses, transfers and otherwise harasses employees who are active for the workers’ union.

I also read reports that the working conditions at the factory are unacceptably dangerous and harmful. All this in violation of Turkish law, international labour standards as per the ILO, and your own suppliers code of conduct.

I have been informed by the [CCC] that their efforts to address these urgent matters with you met with a refusal from your side to take swift and effective action to remedy the situation.

I also learned that IKEA commissioned an audit into the labour conditions at Menderes Tekstil, and concluded that there are no major labour problems at the factory. Although the CCC was never given a chance to view the audit report, the campaign has in the past raised serious concerns about the use of industry-commissioned audit reports that often lead to biased conclusions.

As a consumer and one of your potential clients, I am concerned about the working conditions surrounding the production of the goods you sell. I urge you to take up your supply-chain responsibilities seriously, and to demand from Menderes Tekstil:

- reinstatement with compensations and pay-back of salary arrears where appropriate for those workers who are currently engaged in court proceedings against Menderes Tekstil following their dismissal due to unionisation;

- acknowledgement of TEKSIF as a legitimate union at your factory and to recognize their right to represent their members in factory matters, and to provide all workers with a guarantee that the company will respect their rights to organize and to bargain collectively.

- involvement of TEKSIF in the discussions around the company’s restructuring plans and the criteria for necessary dismissals.

- review of occupational health and safety measures at both factory plants, as well as a review of certain disciplinary and grievance handling mechanisms;

In addition to these demands towards the management of the Menderes factory, I urge IKEA to take up the moral commitment it makes in its IWAY code of conduct and not to diminish or lessen orders at Menderes just because of the labour-related problems there. Reduced production or even a closing down of the Menderes factory is not in anybody's interest, and a ”cut-and-run” scenario would not reflect favourably on IKEA's social responsibility profile.

Yours sincerely,

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