[29.11.2011 | Veranstaltungshinweis]
Voll utopisch?
Ein Lohn zum Leben, asienweit ... weltweit!
Speakers-Tour ‚Discover Fairness’ mit Aktivistinnen, aus Hongkong
- Was: Info- und Diskussionsveranstaltung
- Wann: Freitag, 2. Dezember 2011, 19.30 Uhr
- Wo: tazcafé, Rudi-Dutschke-Straße 23, Berlin-Kreuzberg
May Wong und Rena Lau aus Hongkong von der Organisation „Globalization Monitor” berichten von ihren Recherchen in den Fertigungsstätten von Outdoor-, Skate- und Surf-Produkten. Unter dem Motto „Discover Fairness” sind sie auf einer Speakers-Tour der Kampagne für Saubere Kleidung durch Europa unterwegs.
Zum Start der Wintersaison und mit dem Weihnachtsgeschäft, steigt der Umsatz von Markenfirmen - vor allem im Bereich so genannten Boarderwear. Dazu gehören Produkte von Snowboard-, Skate-, Surf- und Outdoor-Firmen. Unternehmen wie Billabong, Ripcurl oder Nitro lassen die Funktionskleidung in China, Vietnam oder Indien produzieren. Cooler Lifestyle auf der einen, miserable Arbeits- und Lebensbedingungen sowie mangelnde Transparenz für die Kunden auf der anderen Seite.
May Wong, Aktivistin und Expertin von „Globalization Monitor”, untersucht seit Jahren die Arbeitsbedingungen in asiatischen Zulieferbetrieben großer Textilhersteller. „Die Menschen werden ausgebeutet. Sie arbeiten 14-16 Stunden am Tag und erfüllen ein hohes Stücksoll. Nur so können sie genug verdienen, um über die Runden zu kommen”, so Wong.
Ihr Hauptanliegen ist es, dass Menschen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden, indem Regierungen in Asien den Mindestlohn unter dem Existenzminimum festsetzen und global handelnde Unternehmen dies billigend in Kauf nehmen. Mit Menschen in Europa wollen sie deshalb über die Asia Floor Wage Kampagne und das Konzept eines Asiatischen Grundlohns diskutieren, um der Abwärtsspirale der Einkommen etwas entgegen zu setzten.
May Wong und Rena Lau sind mit der Kampagne für Saubere Kleidung auf einer europaweiten Speakers-Tour unterwegs. In Deutschland, Schweden, Österreich, der Tschechischen Republik und der Schweiz berichten und diskutieren sie, wie die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie verbessert werden können.
Am 2. Dezember im tazcafé Berlin diskutieren mit dem Publikum:
- May Wong und Rena Lau, Globalization Monitor, Hongkong
- Berndt Hinzmann, Kampagne für Saubere Kleidung/ INKOTA-netzwerk, Berlin
- Moderation: Luise Strothmann, Redaktion sonntaz
Weitere Termine mit May Wong und Rena Lau in Deutschland:
- 30.11.11, 15.00 Uhr: Pressegespräch, Dorothee-Sölle-Haus, Königstraße 54, 22767 Hamburg
- 01.12.11, 17.00 Uhr: Pressegespräch, Gartenstraße 20, 24103 Kiel
- 01.12.11, 19.00 Uhr: Gewerkschaftshaus, Grabe-Saal, Legienstr. 22, Kiel
- 02.12.11, 10.30 Uhr: Pressegespräch, Kalkscheune, Johannisstraße 2, Berlin (hinter dem Friedrichstadt Palast)
- 03.12.11, 18.00 Uhr, Ökumenisches Informationszentrum/ INKOTA-Regionalstelle, 4. Etage, Kreuzstr. 7, (Mitveranstalter Micha Initiative Dresden)
Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an:
Berndt Hinzmann, INKOTA-Referent Kampagne für Saubere Kleidung,
Tel.: 030-420 8202-51 oder 0160-94 69 87 70, E-Mail: hinzmann[at]inkota.de
Hintergrundinfos
Die beiden Frauen, die sich für Arbeits- und Menschenrechte einsetzen, arbeiten für eine Partnerorganisation der Clean Clothes Campaign - Kampagne für Saubere Kleidung. In ihren wissenschaftlichen Analysen und Publikationen werden die negativen Auswirkungen der Globalisierung aufgezeigt, doch gleichzeitig werden ebenso Veränderungen angestrebt. Besonderes Augenmerk richten sie auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen.
Frau Wong ist Herausgeberin der Zeitschrift „Globalization Monitor“ und involviert in verschiedenen Kampagnen. Darüber hinaus ist sie aktiv in der Bildungsarbeit mit Student_innen und Frauengruppen sowie in Gewerkschaften.
Frau Lau hat verschiedene Recherchen in Zulieferbetrieben globaler Markenfirmen und über den Wirkungsgrad von Corporate Social Responsibility Aktivitäten durchgeführt.
Frau Wong vertritt ebenso die Asia Floor Wage Alliance, einer Initiative von asiatischen Arbeitsrechtler_innen und Gewerkschaften, die das Konzept eines Asiatischen Grundlohns entwickelt hat. Unternehmen behaupteten bisher, eine solche Berechnung wäre nicht möglich. Doch mit der plausiblen Berechnung eines die Existenz sichernden Lohnes, wird dem Lohndumping und der Abwärtsspirale der Einkommen etwas entgegengesetzt: Arbeit in Würde – ein Lohn zum Leben!
Im Rahmen ihrer Rundreise durch Europa berichten May Wong und Rena Lau über die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie, die Situation von Gewerkschaften und NROs.
Es besteht ein großes Interesse mit Menschen in Europa zu diskutieren, um Globalisierung gerecht zu gestalten. Ihr Interesse ist, dass Menschen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden, indem Regierungen in Asien den Mindestlohn, mit der Begründung Investitionen zu fördern, unter dem Existenzminimum festsetzen und global handelnde Unternehmen dies billigend in Kauf nehmen.