Qualität auf Kosten der Arbeitsrechte
Studie zeigt: Berufsbekleidungs- und Heimtextilindustrie missachtet Sozialstandards in der Herstellung ihrer Produkte
Die Christliche Initiative Romero hat gemeinsam mit der Kampagne für Saubere Kleidung in einer Studie die Einhaltung von Sozialstandards in der Berufsbekleidungs- und Heimtextilindustrie untersucht.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur ein Bruchteil der Unternehmen beantwortete die Fragen zu Transparenz, Sozialstandards und der Nachweispflicht gegenüber der öffentlichen Hand. Bei Nichtbeantwortung wurden Internetrecherchen herangezogen, doch auch hier zeigt sich, dass nur wenige Unternehmen kommunizieren, ob und wie soziale und ökologische Standards bei der Herstellung von Dienst- und Schutzbekleidung, von Heimtextilien und Frottierwaren umgesetzt werden. Nur sieben der insgesamt 28 untersuchten Unternehmen verpflichten sich in einem Verhaltenskodex zur Einhaltung von Sozialstandards, und nicht alle in ausreichend umfangreicher Weise.
Dabei sollte grade die öffentliche Hand als wichtiger Abnehmer dieser Produkte im Rahmen der Beschlüsse zu sozial-verantwortlicher öffentlicher Beschaffung von den Unternehmen die Einhaltung bestimmter Mindeststandards in der Produktion verlangen. Unabhängige Studien beweisen immer wieder, dass es ohne eine unabhängige Kontrolle und Anstrengungen seitens der Unternehmen regelmäßig zu Verletzungen grundlegender Arbeits- und Menschenrechte in den Ländern des Südens kommt. Die lässt sich nur durch veränderte Einkaufspraktiken und durch die Übernahme von Verantwortung ändern. Doch offensichtlich kommt bei den Unternehmen von den Bemühungen zur Veränderung des Einkaufs noch nicht viel an. Dies muss sich ändern. Anstelle von Qualität ohne Arbeitsrechte muss die Industrie endlich auf Qualität und Arbeitsrechte setzen. Dafür muss auch der Öffentliche Einkauf Sorge tragen!