»We die for fashion!«!
CCC-Protest zur Berliner Fashion Week
»We die for fashion!«, rufen 35 AktivistInnen der Kampagne für Saubere Kleidung am Dienstagabend. Vor dem Zelt der Fashion Week 2010 am Bebelplatz in Berlin gehen sie zu Boden. »Wir symbolisieren Fashion Victims«, erklärt CCC-Aktivistin Julia Thimm die Aktion. »Anlässlich der Berliner Fashion Week wollen wir auf die Opfer aufmerksam machen, welche die Modeindustrie fordert.«
Den Protest hat die Berliner CCC-Aktionsgruppe organisiert. Mit einer mitreissenden Jubeldemo prangern die AktivistInnen prekäre Arbeitsbedingungen, Hungerlöhne, unbezahlte Überstunden, Gesundheitsrisiken, Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung und Gewerkschaftsdiskriminierung an. Auf ihren Plakaten ist »Menschenwürde – nein danke!« und »Jetzt: Niedrigere Löhne« zu lesen. Auf sarkastische Art feiern die Protestierenden mit einer Jubeldemo die Missstände, die sie anprangern wollen. »Mit unserer Aktion wollen wir Modemacher und Einkäufer auffordern, ihre Einkaufspolitik zu ändern. Aufgrund ihrer Marktmacht haben sie starken Einfluss auf die Produktionsbedingungen bei ihren Zulieferern«, sagt Thimm.
Die Fashion Week präsentiert auch grüne und ethische Mode. »Viele Produkte dienen allerdings nur dem Green- und Socialwashing, mit denen Marken ihr Image aufbessern wollen«, so Thimm. »Bio ist nicht gleich fair und fairer Baumwollanbau bedeutet nicht gleich faire Verarbeitung. Es ist wichtig, genau nachzufragen, unter welchen Bedingungen produziert wird«. Mit der Aktion sollen auch Mode-Interessierte angeregt werden, über ihr eigenes Konsumverhalten nachzudenken.