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Indien/FFI

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[ 30.01.2008 | Pressemitteilung ]

Indischer Haftbefehl gegen holländische Menschenrechtsvertreter fallengelassen

Clean Clothes Campaign erzielt Einigung mit Jeansfabrik

Berlin, 30. Januar 2008

Die indische Jeansfabrik Fibre and Fabrics International (FFI) gab gestern bekannt, die Anklage gegen Mitarbeiter der holländischen Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung (engl. Clean Clothes Campaign – CCC) fallen zu lassen. Zurückgezogen wurden ebenfalls alle Beschuldigungen gegenüber dem Indian Committee of the Netherlands sowie der lokalen indischen Arbeitsrechtsorganisationen.

FFI hatte im vergangenen Jahr gegen die Aktivisten Klage eingereicht, nachdem diese auf die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Fabrik aufmerksam gemacht hatten. Der Fabrikbesitzer warf  ihnen Internetkriminalität, rassistische und fremdenfeindliche Aktivitäten sowie üble Nachrede vor. Noch im Dezember hatte ein indisches Gericht einen internationalen Haftbefehl gegen die Menschenrechtsvertreter eingeleitet. Nach wochenlangen Verhandlungen konnte gestern ein Abkommen zwischen FFI und der CCC erzielt werden.

»Der internationale Druck auf den Besitzer der Jeansfabrik hat Wirkung gezeigt«, freut sich Evelyn Bahn von der deutschen Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung. »Mit unseren Protestaktionen konnten wir einen deutlichen Sieg für das Recht auf Meinungsfreiheit erzielen«, stellt die Koordinatorin der Eilaktionen weiter fest. Hunderte Konsumenten hatten sich in den vergangnen Wochen an Aktionen beteiligt und eine Rücknahme des Haftbefehls gefordert. Öffentliche Aktionen und Protestbriefe richteten sich auch an das holländische Unternehmen G-Star, dem Hauptauftraggeber bei FFI.

Zuletzt vermittelte der ehemalige niederländische Premierminister Ruud Lubbers zwischen dem indischen Jeansproduzenten und den Menschenrechtsvertretern aus den Niederlanden. Dieser erzielte eine Einigung, die von allen Beteiligten getragen wird. Die Übereinkunft sieht eine unabhängige Ombudsperson vor, die in Zukunft bei allen Konflikten zwischen Fabrikmanagement einerseits und  lokalen und internationalen Gewerkschaften sowie Menschenrechtsorganisationen andererseits vermitteln wird. Ein »Aufsichtskomitee«, in dem auch Lubbers vertreten ist, unterstützt diese Vermittlungen. Einigkeit besteht darin, dass alle Beschwerden streng vertraulich behandelt werden, wobei die Ombudsperson allen Beteiligten regelmäßig über die Entwicklungen bei FFI berichtet.

Gegenwärtig wird es seitens der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung keine weiteren Kampagnenaktivitäten gegenüber G-Star und FFI geben. Informationen über den Verlauf des Falles sind weiterhin auf der Webseite nachlesbar. G-Star hat angekündigt weiterhin bei FFI produzieren zu lassen und folgt somit einer Forderung der CCC. Mehreren tausend Menschen haben somit weiterhin Arbeit. »Wir erwarten, dass sich G-Star als Hauptauftraggeber aktiv für eine Umsetzung von internationalen Arbeitsstandards bei FFI einsetzt und mit der Ombudsperson sowie den lokalen Organisationen kooperiert. Die Gewährleistung des Rechts auf Meindungs- und Versammlungsfreiheit muss in Zukunft von allen Akteuren unterstützt werden«, erklärt Evelyn Bahn.

Weitere Informationen:
Evelyn Bahn
Kampagne ‚Saubere’ Kleidung
c/o INKOTA-netzwerk
Greifswalder Straße 33a · 10405 Berlin
Telefon: 030-4289111
Mobil: 0177-32 43 408;
bahn@inkota.de
http://www.inkota.de/eilaktionen
http://www.saubere-kleidung.de/

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